Ist Ihr Hund an der Leine aggressiv zu anderen Hunden?
Leinenaggression entsteht immer beim Hundeführer selbst und die Anfänge in jungen Monaten werden falsch gedeutet und meistens wird nicht reagiert oder falsch. Und mit der Unsicherheit und dem Leine kurz nehmen entsteht eine Kettenreaktion.
Vorab muss mit dem Hund so trainiert werden, dass er nicht an der Leine zieht – Voraussetzung.
Dann längere Leine nehmen und dem Hund die Chance zu geben selbst zu reagieren.
Dazu setze ich voraus das der Hund und Mensch eine Beziehung haben und der Hund dem Menschen vertraut. Geduld und Konsequenz.

Erstmal sei gesagt, dass es für einen Hund nicht selbstverständlich ist, an der Leine zu laufen. Die wenigsten legen bereits beim Welpen großen Wert auf eine gute Leinenführigkeit, welche Auswirkungen dies auf das gesamte Hundeleben haben kann, ist kaum einem bewusst. Lernt der Hund vom ersten Tag an, dass eine Leine lediglich eine Verbindung zwischen ihm und seiner Bezugsperson ist, wird diese als positiv empfunden. Erst ein ziehender Hund betrachtet die Leine als Einschränkung, unangenehm, einengend, ….. und somit negativ.
Dies gilt auch für das andere Ende der Leine. Ein locker laufender Hund macht Freude, man trabt gemeinsam durch die Gegend, sobald er zieht wird es unangenehm, man hält dagegen, ist immer unter Spannung, wird genervt, gestresst, der Hund bemerkt dies Verhalten, versucht seinen „Führer“ zu meiden / Abstand zu halten, zieht noch mehr – Chaos pur, von entspannten, freudigen Spaziergängen weit entfernt !
Leinenführigkeit vernünftig und sensibel aufgebaut, immer positiv besetzt (wenn nicht ziehend) und konsequent durchgeführt kann bei unsicheren Hunden dazu führen, dass sie sich an der Leine sicherer fühlen, gerne an der Leine laufen. Bei Begegnungen an der Leine laufen viele Dinge parallel ab. Zwei Hunde begegnen sich, keiner knurrt, aber beide schauen zum anderen, noch ist man neugierig, weiß nicht, was der andere will. In diesem Moment wird die Leine gekürzt, der fatalste Fehler, den man in so einer Situation machen kann, denn :
– der Hund wird sofort in seiner Bewegung eingeschränkt, Nervosität des Halters überträgt sich
– er stemmt sich automatisch gegen den Druck, die Folge ist ein hochaufgerichteter Hund, der seinen Schwerpunkt nach vorne verlagert => die typische Haltung eines angriffsbereiten Hundes.
In dieser Situation bleibt dem Gegenüber nur Angriff oder Flucht. Da Flucht meist nicht möglich ist, gehen beide nach vorne, gehalten von Geschirr oder Halsband, eingeengt, bewegungsunfähig, frustriert, gestresst – ein Selbstläufer der in dem Moment nur durch weiterzerren zu beenden ist.

Ein weiteres Problem sind die in der Rangfolge unsicheren Hunde, die ihre eigenen Kompetenzen nicht kennen. Klassischer Fall: Fremder Hund naht, geht unbeirrt gerade auf einen zu, Frauchen reagiert null, der Hund wird unsicher, im Normalfall würden sich die Hunde aus dem Weg gehen, zumindesten seitlich mit Abstand aufeinander zu laufen. Alles unmöglich und Frauchen macht immer noch nix -> der Hund ist genötigt eine Entscheidung zu treffen. Ausweichen geht nicht, also bleibt nur der verbale Angriff beginnend vom Fixieren, Drohen, Knurren, Bellen, Scheinangriffen, soweit die Leine dies zulässt. Ersteinmal an diesem Punkt angekommen ist der Kreislauf kaum zu durchbrechen. Frauchen hat Probleme den Hund zu halten, wird hektisch, gestresst, schreit den Hund an … der Hund in seiner Angst bestätigt, Frauchen (immer noch unfähig in seinen Augen) im Rücken, nicht mehr ansprechbar. Beim nächsten Hund zuckt man schon beim Sichtkontakt zusammen, bereits ahnend, welches Drama einen erwartet. …
Hinzu kommen noch Kriterien wie Alter, Gesundheitszustand, Rasse, Sozialisation, Geschlecht (intakt oder nicht), … bis hin zur Tagesform.

To do:
Grundvoraussetzung ist, dass der Hund die Leine als positiv kennengelernt hat und locker an dieser läuft. Ein Hund, der permanent in der Leine hängt wird nicht ruhig und gelassen an allem vorbei gehen. Ganz wichtig (und man kann sich das antrainieren), immer ein Auge auf seinem eigenen Hund zu haben, seine Körpersprache zu lesen, deuten zu können und zu wissen, wann wird er unsicher, wann gestresst, wo ist der Punkt, wo er nicht mehr ansprechbar ist.

Noch wichtiger ist aber eine gute Beziehung zum Hund und eine geklärte Führerschaft. Der Umgang mit dem Hund muss geradlinig sein, eindeutig und konsequent. Gewisse Kommandos müssen einfach sitzen, dem Hund unmissverständlich erklärt worden sein. Der Hund muss Lob und Abbruchkommando kennen, beides ist bei Hundebegegnungen unverzichtbar.

Beim Training solcher Situationen ist Timing das wichtigste. Ich muss meinen Hund genau im Blick haben, um im exakt richtigen Moment zu reagieren. Der gesunde Mix zwischen unerwünschtem Verhalten bewusst abbrechen (bei den ersten Anzeichen) und sofortigem Lob bei ruhigem, gelassenen Benehmen ist hier gefragt. Klar, verständlich und immer für den Hund (und alle Beteiligten) sicher. Im Zweifel umdrehen und gehen. Lieber kein Training, als ein schlechtes Training!

Leinenaggression bei Hunden
Besonders in Städten, wo viele Menschen und Hunde sich Lebensraum teilen müssen, sieht und vor allem hört man sie: Vierbeiner, die sich bei Anblick eines Artgenossen in die Leine werfen, geifern und zerren und dabei richtig gefährlich wirken – was sie meist gar nicht sind. „Leinenrambos“ nennt die Hundebuchautorin und Therapeutin für Kinder mit Hundeängsten Brigitte Stöber-Harries solche Vertreter ihrer Art. Neben mangelnder Leinenführigkeit und unerwünschtem Jagdverhalten ist dieses Rambo Verhalten eines der Grundprobleme der Hundeerziehung und oft typbedingt.
Leinenrambos nerven: ihre eigenen Besitzer, andere Hundehalter, vor allem aber wohl Menschen, die Hunden nicht so wohlgesonnen sind. Aber worin ist das Verhalten begründet? Einerseits sei es typbedingt, meint die Hamburger Hundeexpertin: „Powerhunde“ platzen vor Energie, besonders an der Leine – Energie, die eher Ausdruck von Arbeitseifer sei als von wirklicher Aggression. „Arbeitshunde“ wie Border Collies, Australian Shepherds oder Australian Cattle Dogs, um nur einige Beispiele zu nennen, sind hier mögliche Kandidaten. Arbeitseifer dieser Art fordert den Halter, er sollte, zum Beispiel durch ein entsprechendes Training, in sinnvolle Bahnen gelenkt werden.
Die Rolle des Hundehalters
Eine entscheidende Rolle spielt, andererseits, auch der Hundebesitzer. Manch einer reagiert schon angesichts jedes herannahenden Mensch-Hund-Gespanns nahezu panisch. Derlei Gefühle übertragen sich auf seinen vierbeinigen Begleiter und signalisieren: „Achtung, Grund zu Panik im Anmarsch!“ Und schon sind beide, Mensch und Hund, von Stress dominiert und nicht mehr zu „vernünftigem“ Handeln fähig.
Dann gibt es Halter, die in Starre verfallen und wie hypnotisiert zuschauen, wie ihr sonst so verträglicher Freund auf vier Pfoten sich „in Wut“ bellt. Andere nehmen die Leine extra-stramm und verstärken damit das Problem, denn diese engt das über Bewegung und Körpersignale kommunizierende Wesen Hund ohnehin stark ein. Eskalierend wirkt dann häufig noch das Reißen an der Leine oder gar das laute Schimpfen; viele Experten meinen, dass Hunde sich dadurch sogar von ihren Menschen noch zusätzlich angefeuert fühlen.
Cool bleiben bei jeder Begegnung
Cool bleiben, souverän mit dem Hund weiter- und an anderen vorbeigehen, als sei gar nichts besonders los; oder entspannt und zügig um die Ecke biegen, als habe man das herannahende andere Mensch-Hund-Gespann gar nicht gesehen; oder den Hund rechtzeitig, also bevor er sich vor dem anderen aufgebaut hat, ablenken mit Ansprache, einem Spielzeug oder Leckerli und so für ihn interessanter zu sein als der Artgenosse – all dies sind sinnvolle Verhaltensalternativen. Zugegeben, leichter gesagt als getan.
Aber ein Schritt in die richtige Richtung ist es bereits, eine, wie Brigitte Stöber-Harries sagt, „vorausschauende Strategie“ zu entwickeln. Die Hundehalter, die es betrifft, kennen ja das Problem und sollten es offensiv angehen, anstatt täglich aufs Neue „in die Falle zu rennen, die man doch kennt.“
Übe Dich in Geduld
Die Strategie, für die man sich entschieden hat (Konfrontation? Entspanntes Ausweichen? Kontrollierter Kontakt?) sollte man dann gezielt trainieren, zum Beispiel mithilfe anderer Hundeführer und ihrer gelassenen Begleiter auf vier Pfoten. Wie in allen anderen „Disziplinen“ der Hundeerziehung sind auch hier Konsequenz und Durchhaltevermögen gefragt.
Das Ziel bringt Stöber-Harries so auf den Punkt: „Der Mensch soll als planender Bestimmer auftreten und sich nicht von seinem Hund in die Rolle des keifenden Opfers bringen lassen.“ Vorausschauendes Handeln und Training sind also Trumpf. Je souveräner der Zwei-, umso souveräner auch der Vierbeiner an seiner Seite – wetten?
Was ist Leinenaggression?
Wenn Hunde sich frei laufend anderen Hunden und/oder Menschen gegenüber freundlich bzw. neutral verhalten, aber sobald sie angeleint sind aggressiv reagieren, spricht man von Leinenaggression. Für die Definition ist es unerheblich, ob die Leinenaggression gegenüber anderen Hunden, Menschen oder beiden gezeigt wird. Sollte so ein Hund allerdings auch in anderen Situationen, wenn er nicht an der Leine ist aggressives Verhalten zeigen, so spricht man nicht von Leinenaggression.
Wieso handeln manche Hunde aggressiv an der Leine?
Eines scheinen leinenaggressive Hunde gemeinsam zu haben, sie wollen nicht, dass andere Menschen und/oder Hunde sich ihnen nähern, solange sie an der Leine sind. Das aggressive Verhalten dient dazu, den anderen so etwas mitzuteilen wie: “Geh weg! Komm nicht näher!”
Wie entsteht Leinenaggression?
Es werden mehrere Möglichkeiten für die Entstehung von Leinenaggression in Betracht gezogen (möglich ist auch eine Kombination von mehreren):
1. Unsicherheit
Es gibt Anzeichen dafür, dass sich einige Hunde an der Leine wie in der Falle fühlen. Sie wissen, dass sie nicht weglaufen können. Als Ursache für diese Unsicherheit kommen verschiedene Faktoren in Frage:
• Manche Hunde wurden nie bzw. nicht richtig mit fremden Hunden sozialisiert oder sind von Natur aus sehr scheu und haben diese Scheu trotz versuchter Sozialisation mit anderen Hunden nicht verloren.
• Einige Hunde haben an der Leine schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht, oder wurden sogar angegriffen und gebissen.
2. Aufregung und Frustration
Es gibt Hunde, die sich aus Freude andere Hunde zu sehen, so sehr aufregen, dass sie total aufdrehen. Diese Aufregung kann so stark werden, dass die Hunde ihre Reaktionen selber nicht mehr im Griff haben. Dazu kommt Frustration, da sie an der Leine nur langsam oder gar nicht zu dem anderen Hund hinkommen, bzw. beim nach Vorne springen von der Leine aufgehalten werden. Die starke Aufregung in Kombination mit Frustration kann ebenfalls zu Aggression führen. Die Hunde lernen, dass es jedes Mal frustrierend ist, wenn sie einem anderen Hund begegnen.
3. Assoziation mit unangenehmen Gefühlen oder Schmerzen
Hunde verknüpfen oft Dinge die fast gleichzeitig (innerhalb von ca. 0,5 bis 1,5 Sekunden) passieren. So ist es möglich, dass Hunde Angst vor startenden Motorrädern erlernen, wenn ihnen versehentlich auf die Pfote getreten wurde, während jemand ein Motorrad gestartet hat. Im Falle der Leinenaggression kann eine Verknüpfung vom unangenehmen Gefühl, das das Halsband verursacht, wenn der Hund nach vorne zieht mit dem entgegenkommenden Hund entstehen. Schlimmer noch wird es, wenn der Besitzer in so einem Fall mit Leinenruck und/oder Stachelhalsband arbeitet. Dann heißt es für den Hund: Wenn dir jemand entgegenkommt wird es nicht nur unangenehm, sondern es tut dir weh. Hunde sind nicht in der Lage diese Dinge mit ihrem Handeln in Verbindung zu bringen.
Das bedeutet für den Hundeführer:
Unabhängig von der Ursache kann man Leinenaggression mit Erziehungsmethoden wie Leinenruck, Stachel- bzw. Sprühhalsband oder gar Elektrotakter nur verschlimmern. Selbst wenn das aggressive Verhalten eine Weile unterdrückt werden sollte, kann es jederzeit unerwartet, spontan und meist deutlich heftiger wieder zu so einem Verhalten kommen. Meist sind die Besitzer dann sehr überrascht und wundern sich, da der Hund so lange “brav” war. Leider werden diese Methoden auch von vielen Hundeschulen noch empfohlen und es kann nur geraten werden um solche Hundeschulen einen großen Bogen zu machen.
Aber was ist denn nun sinnvoll? Es gibt einige Methoden, die sehr gut bei Leinenaggression funktionieren und auch eine dauerhafte Besserung mit sich bringen. Allerdings bedeutet dies oft viel Arbeit für die Halter. Es ist in jedem Fall ratsam sich an einen guten Hundetrainer zu wenden. Erstmal selbst ein paar Dinge zu versuchen macht das Leinenproblem in den meisten Fällen schlimmer. Daher wird hier nicht näher auf die unterschiedlichen Trainingswege eingegangen. Der Hundetrainer sollte erstmal die Ursache für die Leinenaggression feststellen, bzw. ob es sich überhaupt um eine handelt und danach einen individuellen Trainingsplan erstellen. Gute Hundetrainer trainieren nicht nur auf ihrem Platz, sondern kommen zum Hund bzw. an neutrale Orten zum trainieren. Mögliche Wege wären zum Beispiel die Gefühle des Hundes zu verändern (Unsicherheiten oder Ängste abzubauen), ihm alternative Verhaltensweisen anzubieten, eventuell auch ein Training zur Erhöhung der Frustrationstoleranz. Doch der erste Schritt sollte immer eine gute Leinenführigkeit des Hundes sein. Oft ist es auch ratsam das Halsband durch ein Geschirr zu ersetzen. Gerade in der Anfangszeit ist auch Management sehr wichtig. Das heißt, man sollte aggressives Verhalten an der Leine vermeiden, da der Hund in so gut wie allen Fällen für dieses Verhalten belohnt wird, denn der andere Hund verschwindet früher oder später. Je öfter ein Hund dieses Verhalten zeigt, desto besser lernt er es und desto schwieriger und langwieriger wird eine Gegenkonditionierung. Hundehalter die bei den ersten Anzeichen eine gute Hundeschule besuchen, können meist in wenigen Wochen das Training erfolgreich abschließen.
TIP: richtiges korrigieren – läuft der Hund vor ihnen so reißen sie nicht sofort an der Leine – geben sie ihm vorab ein Signal wie „GSS“ oder „Schnippen“ – reagiert er darauf so gehen sie etwas zurück und er kommt zu ihnen. Niemals seinen Namen rufen!!
Wenn Sie die Möglichkeit haben korrigieren Sie mit der Leine immer seitlich – d.h. sie machen einen seitlichen kurzen Ruck mit der Leine. Reagiert er nicht auf eine der beiden Varianten dann berühren sie ihren Hund je nach Möglichkeit mit 2 ausgestreckten Fingern und stubsen ihn richtig an: in die Flanke, am Hals. Sie werden sehen, der Hund reagiert und sieht sie an. Damit lenken sie vom Problem weg auf sich.



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